Deep Shit und Schlagkraft - Wer ist dieser Boy?

Who's that boy? 

Er ist still, er ist im Hintergrund und er ist ein Technikmann. 

Michael Schwarzfischer muss eigentlich geklont sein, denn gefühlt ist er überall. Hier beleuchtet er, dort macht er Ton und dort drüben... ist er das nicht auch? 

Bei PUSH2 ist es wieder so: Überall dieser Boy. Wie 1 Wunder.

Programm ist da. Ausgedruckt. Also lesen wir es mal. Immer wieder dieser Herr Schwarzfischer? Stimmt! 

Michael Schwarzfischer findet ihr beim Regensburg Popkulturfestival 2016 gleich dreimal. Er spielt beim "Künstler Kabinett" von Lars Smekal mit seinem Solo Projekt "Streuner". Da steh er alleine auf der Bühne und improvisiert elektronische Musik. Beim Freaktalk von Tobias Ostermeier am Sonntagabend im Degginger ist er als musikalischer Sidekick dabei und im Andreasstadel stellt er seine Installation "Gnosis" aus.

Tausendsassa, wa? 

Ja, kann man sagen. Michael Schwarzfischer lebt seit 2012 in Regensburg und agiert seitdem auf, vor, hinter, über und unter den Bühnen der Stadt. Als Schlagzeuger, Pianist oder Controllerist spielt er zum Beispiel bei "Kali", "Luisa Funkenstein", dem eigens organisierten Musical "Café Bisou" oder dem Elektronik Projekt "Streuner". Wenn kein Konzert ansteht beleuchtet er im Theater Schauspieler und Musiker oder schickt mit seinen Sound/Video/Licht Installationen Betrachter in eine andere Welt.

Also, dann Licht und Musik. Und was erwartet da jetzt das Publikum bei Streuner? Keine Ahnung!

Der Herr Schwarzfischer hat als Motto für Streuner nämlich einen schlauen Satz gewählt: "Life has no rehearsal". "Denn die besten Geschichten entstehen ja auch wenn man mal unvernünftig ist, und zum Beispiel einfach in den nächstbesten Zug steigt", erklärt er. Da hat er absolut recht. Vielleicht ist PUSH2 dann für das Publikum ein guter Zeitpunkt, um sich auf etwas Neues einzulassen.

Und diese Installation? Wie passt die jetzt in das Werk von Michael Schwarzfischer? "Gnosis hat das Potential sehr anstrengend zu sein", kündigt er an. Klingt ja nicht verlockend. Doch er erklärt weiter: "Wir versuchen ja täglich Erinnerungen festzuhalten: In Fotos, Tagebüchern, Tattoos, das klassische "Ich war hier" an der Wand. Wenn wir aber keine Möglichkeit mehr haben die Erinnerungen zu konservieren und sie einfach verschwinden, verschwimmt unsere Existenz. Wenn ein Mensch seinen eigenen Namen und die seiner Angehörigen vergisst, nagt das an unserem Selbstbild, bedeutet aber nicht das Ende." Heftiges Zeug, Herr Schwarzfischer! Deep shit! Aber eben auch sehr spannend. Würde man gar nicht vermuten, hinter dieser unaufgeregten Person. 

Die Durchschlagkraft seiner Arbeit kann jedoch auch am ursprünglichen Instrument der Wahl von Michael Schwarzfischer liegen: Eigentlich ist er nämlich Schlagzeuger. Beim Popkulturfestival benutzt er aber sein Loopsetup. Das heißt er wird mit diversen Tasteninstrumenten und Fingerdrumming Controllern Rhythmen/Melodien/Harmonien live übereinander schichten.

Wir merken uns also: Dringend dicke Ausrufezeichen im Programm neben das Künstlerkabinett und Co. machen und hingehen. Ihr habt noch kein ausgedrucktes Programm? Im Degginger liegen sie aus - für alle, die ein wenig vorplanen wollen!