Michael und die Melancholie

Beliebige WG-Küche: 

 

„Heute gehe ich auf einen melancholischen Rave!“ „Weint ihr da auch?“ „Nein“ „Wo ist der Rave?“ „In einem Kino!“ „Läuft dazu ein trauriger Film?“ „Nein, Visuals!“ „Traurige Visuals?“ „Nein!“ 

„Tanzt ihr dann auch?“ „Vielleicht!“ „Melancholische Tänze?“ „Ich gehe jetzt!“ „Warum? Bin ich dir zu fröhlich?“ *Türknall*

Hast du vor, dieses Gespräch am Samstag Abend zu führen? Tu es nicht. 

 

Sag doch einfach „Ich gehe jetzt zu Michael Lobesan ins Ostentorkino!“, und knalle dann sofort mit der Tür. Das hat Stil. 

 

Dann stellen sich alle die Frage, wer dieser Michael Lobesan eigentlich ist. So viel sei verraten: Er hat es nicht leicht und er ist ständig beschäftigt. Immer am Arbeiten. Man erreicht ihn sehr schwierig. Um so schöner, dass man dann einfach in sein Konzert bei PUSH2 gehen kann. 

 

Und da geht’s dann ab. Poppige Synthies treffen auf verhallte Violinen und gespenstisch anmutende Chöre, untermalt von elektronischen Beats. Wie er seine Musik macht? Michael Lobesan erklärt es uns: „Ich habe eine Stromgitarre im Gepäck, die gerne kreischt, doch auch sehr gerne verhallte, gängige Melodien von sich gibt und gerne mit ihren Freund_innen Synthesizer, Keyboard, E-Drum elektronische Pop/Rockmusik spielt. Im Hintergrund blitzen, blinken, zucken, bewegen und vermischen sich Live-Visuals zur Musik. So ist das.“ 

 

Ach, so ist das? Ne, da fehlt noch was. Über diesen Klangteppich singt er dramatische und ehrliche Texte vom Leben und Lieben.

 

Klar ist das melancholisch. Und natürlich passt das perfekt in das Ostentor-Kino. 

 

Für Michael ist das entspannte Altstadtkino in raumakustischer Hinsicht ein echter Genuss: „Ich freue mich auch auf die tolle Entfaltungsmöglichkeit für die Live-Visuals durch die Leinwand. Natürlich ist es super, in einer Location zu spielen, die so eine tragende Rolle hat für die alternative Kultur und Kunst dieser Stadt – von Kneipenbesuchen, dem sog. Heimspiel, der internationalen Kurzfilmwoche bis zu Konzerten.“ Besser bringt man es eigentlich auch nicht auf den Punkt. 

 

Und? Hat irgendjemand noch Fragen zu melancholischem Rave? Können übrigens auch im Konzert geklärt werden, solche Fragen. Und ansonsten: *Türknall*