Tribes of Jizu und die musikalische Million-Dollar-Gnackwatschn

Wann hat bei dir das letzte Mal der Rap geklingelt? Denk mal nach. Schon ein wenig her, was?

 

Bei einer älteren Dame irgendwo in Regensburg stand er neulich vor der Tür. Der Rap. In Form von acht Musikern aus USA. Freilich, sie war verwundert und vielleicht auch eingeschüchtert, weil sie hatte die acht Rapper nicht bestellt. Sie wollte nicht einmal eine Pizza. Vermutlich wollte sie nur „Aktenzeichen XY“ anschauen und Salzstangen knabbern, aber da waren jetzt eben diese Rapper. 

 

(Insert: Unangenehmes Schweigen)

 

Tja, das kann vorkommen, wenn man in einer Stadt wohnt, in der es eine richtig lebendige Rap- und Hip-Hop-Szene gibt. Davon hatte die unbescholtene Anwohnerin nichts mitbekommen. „Hip Hop? In meiner Straße?“ Kann sie sich nicht vorstellen. 

Sei nicht wie diese Dame. Kenne den Hip Hop der Stadt. Bei PUSH2 stellen wir dir eines der wichtigsten Aushängeschilder vor: Tribes of Jizu. Ja, man spricht es „Dschisu“. Und so viel sei gesagt: Der Tribe ist fresh, der Tribe ist funky und der Tribe spielt live. Und zwar mit Schlagzeug, Keyboard, Bass, Gitarre und Turntables (Dam Sick, Ningu Storm, FunkDogg, Ben Treimer, Rufflow). Alles live. 

 

Was? Live? Du kennst keine Live-Hip-Hop-Band ausser The Roots? Und die von Dende? Dann geht es dir wie den meisten. Vom einwandfreien Sound von Tribes of Jizu kann man sich schon seit einiger Zeit bei den Loop Sessions in der Mälze überzeugen. Mit wechselnden Gästen und Hosts wie Keno (Moop Mama) und Maniac (Demograffics) sind die Partys inzwischen legendär. Eine Nacht Tanzgarantie abseits von Mainstream-Konserven-Zeug. 

 

Doch leider finden die Loop Sessions in Zukunft nur noch dreimal im Jahr statt. 

 

No! Gerade jetzt? Wo du am Entdecken warst!? - Leider doch.

 

Der Grund dafür ist aber ziemlich positiv. Der Tribe geht nach vorne, nimmt auf, arbeitet, tourt und bastelt an neuen Kooperationen. Eine EP mit Maniac ist bereit fürs Mastering, eine Kooperation mit Afrob gibt’s auf Video zu sehen und überhaupt, „wer seinen Scheiß mit einer guten Band aufnehmen will, der kommt zu uns“, erklärt Ralf (aka. DJ Rufflow). Und was dann entsteht, ist dann kein Cover von Rap-Classic X, sondern einfach nur „timeless classic Material“ - die EP mit Maniac soll voll davon sein. Und da kommt noch mehr: EPs mit anderen Künstlern und Samy Deluxe hat die Nummer des Tribes wohl auch schon. 

 

„Wir wollen weg von dem was man bisher von Hip-Hop-Bands kennt, moderne Sachen mit einfließen lassen und unser eigenes Ding machen!“, bringt es Ben auf den Punkt. Gerne auch Interpretationen von Panflöten Jazz - you name it..

 

„Das eigene große Ding machen, bis Tribes of Jizu auf einen zweistelligen Millionenbetrag geschätzt wird“, Ralf und Ben nicken wie wild. Das ist ihr Ziel. Kleiner Scherz. Aber wirklich - eine Million-Dollar-Sache ist das trotzdem, diese bayerische Live-Hip-Hop-Musik, diese Loop Sessions und Kooperationen. 

 

Bei PUSH2 setzt der Tribe auf Abwechslung. Neben dem Funk-Soul-Konzert mit Adriano wird es Hip Hop mit Loopschrauber und Phil D geben und Dub Sounds mit Wicked und Bonnie. Und bevor ihr euch später vor Ärger gegenseitig Gnackwatschn gebt: geht doch einfach am 28.9. in die Alte Mälzerei - am besten nach der Ausstellungseröffnung im Andreasstadel mit DJ Arok. Dann seid ihr auch gleich im Thema. 

 

Und was mit der älteren Dame war, bei der der Rap geklingelt hat? Das war der Legende nach die Nachbarin von Maniac. Und die acht Rapper vor der Tür sahen nur nach Latino-Gang aus, waren aber El da Sensei, A.G., Pawz One und ihre Friends. Und die sind eigentlich ganz lieb und fanden dann doch die Wohnung von Maniac. Der soll dann bei den Aufnahmen zur EP immer „rappt leiser“ gesagt haben. Wegen der Nachbarn. 

 

Da sind wir dagegen - turn it up, Boys. Bitte mehr vom Tribe und dem guten Rap-Shit aus Regensburg! Sollen ja alle mitbekommen!